Sie nennen mich Jack Vorlesen

11. Jun 2021Claudia Schäfer
Schwarzer Hund, Bild von AlexanderVlasov auf Pixabay

Sie nennen mich Jack

Kapitel 1:
Zu Hause

Sie nennen mich Jack.
Ich bin ein Hund.
Ich bin ein großer Hund.
Groß und schwarz.
Ich habe ein kurzes Fell.
Und stehende Ohren.
Ich kann laut bellen.
Und gefährlich knurren.
Ich wohne mit meinen Menschen auf dem Land.
Die Menschen wohnen in einem Haus.
Und ich wohne draußen in einem Zwinger.
Der Zwinger ist 3 Meter breit.
Und er ist 4 Meter lang.
„Das reicht“, sagt der Mann.
„Das ist zu klein“, sagt die Frau.
„Das muss reichen“, sagt der Mann.
Und die Frau sagt nichts mehr.

In meinem Zwinger steht meine Hütte.
Sie ist aus Holz gebaut.
Auch der Boden ist aus Holz und ziemlich hart.
Ich kann auf dem harten Boden nicht gut schlafen.
Und so liege ich lange wach und passe auf.
„Das ist deine Aufgabe“, sagt der Mann. „Du passt auf das Haus auf. Und wenn jemand kommt, dann bellst Du.“
Und das mache ich auch.

Kapitel 2:
Simon

Es ist 3 Uhr am Nachmittag.
Ich belle laut in meinem Zwinger.
Ich drehe mich ganz schnell im Kreis.
So schnell, bis mir schwindelig wird.
Simon kommt nach Hause!
Simon ist mein Lieblings-Mensch.
Er ist das Kind von dem Mann und der Frau.
Um 3 Uhr kommt Simon von der Schule nach Hause.
Ich kann die Uhr nicht lesen.
Denn ich bin ein Hund.
Aber ich spüre, wenn mein Lieblings-Mensch nach Hause kommt.
„Jack“, ruft Simon.
Ich springe jaulend in die Luft vor Freude.
„Warte, warte! Ich mach ja schon auf“, ruft Simon.
Ich springe an ihm hoch.
Und lecke ihm über die Nase.
Simon lacht.
„Jack, ich habe eine Überraschung für Dich“, sagt Simon.
Er hat eine große Tasche dabei.
Und zieht ein ziemlich großes Ding heraus.
Was ist das wohl?
„Jack, ich habe eine Decke für Dich gekauft. Eine extra dicke Hunde-Decke. Damit du weich liegen kannst!“
Simon legt das große Ding in meine Hütte.
Es ist weich.
Und es riecht gut.
Es riecht nach Simon.
Ganz kurz lege ich mich darauf.
Es fühlt sich gut an.
Aber jetzt habe ich keine Zeit zum Schlafen.
Simon ist da!
Also renne ich schnell wieder aus dem Zwinger.
Die schönste Zeit am Tag beginnt jetzt!

Kapitel 3:
Glücklich

Ich bin so glücklich!
Ich renne schnelle Kreise um meinen Zwinger.
Simon rennt hinter mir her.
Aber er kriegt mich nicht.
Denn ich bin viel schneller.
Simon kann nicht mehr.
Er liegt auf der Erde.
Sofort renne ich zu ihm und lecke über sein Gesicht.
„Nein, nein! Hör auf“, ruft Simon. „Ich bekomme keine Luft mehr. Komm, wir suchen die Kaninchen im Wald.“
Simon rennt los und ich renne mit.
Unten am Wald halten wir an.
„Leise jetzt. Sonst verjagen wir sie.“
So gerne würde ich die Kaninchen jagen.
Aber ich darf es nicht.
Simon hat es mir verboten.
„Sie haben jetzt Junge. Und brauchen ihre Ruhe“, sagt Simon.
Mir ist das egal.
Ich bin ein Hund.
Hunde jagen gerne Kaninchen.
Und fangen sie.
Und manche töten sie sogar.
Aber ich mag Simon.
Und ich möchte nicht, dass er traurig ist.
Also lass ich die Kaninchen in Ruhe.

Kapitel 4:
Am Abend

„Simon“, ruft die Frau.
„Ich komme gleich“, ruft Simon. „Ich gebe nur Jack noch sein Essen.“
Der Mann kommt aus der Haustür.
„Jetzt bekommt der Hund sein Essen schon vor den Menschen“, brummt er.
„Lass ihn doch“, sagt die Frau. „Simon braucht seinen Hund. Er hat doch sonst so wenig Freunde“.
Ich freue mich über mein Futter.
„Gute Nacht Jack“, sagt Simon. „Schlaf gut auf deiner neuen Decke.“
Dann geht Simon in das Haus.
Es wird schon dunkel.
Ich gehe in meine Hütte.
Ich drehe mich ein paar Mal im Kreis.
Dann lege ich mich auf meine neue Decke.
Es fühlt sich wunderbar an.
Heute Nacht werde ich gut schlafen!

Kapitel 5:
Gute Nacht

Ich schlafe gut.
So gut wie schon lange nicht mehr.
Ich liege auf meinem neuen weichen Kissen.
Und ich träume von Simon.
Im Traum darf ich endlich die Kaninchen jagen!
Ganz schnell renne ich im Traum hinter ihnen her.
Aber die Kaninchen sind immer schneller als ich.

Ich schlafe so tief.
Und ich höre die Geräusche gar nicht.
Die Geräusche vor meinem Zwinger.
Die Schritte auf dem Kies.
Das Rütteln an den Gitter-Stäben.
Das alles höre ich nicht.
Denn ich schlafe tief und fest.

Doch dann packt mich jemand am Halsband.
Und zieht mich aus meiner Hütte raus!
Ich erschrecke.
Ich habe furchtbare Angst!
Ich zittere am ganzen Körper!
Was passiert da?
Wer ist das?
Es ist nicht Simon.
Es ist nicht die Frau.
Und es ist auch nicht der Mann.

„Hör auf zu zappeln“, sagt eine Männer-Stimme zu mir.
Die Hand an meinem Hals-Band packt noch fester zu!
Ich bekomme fast keine Luft mehr!
Die Hand drückt mir ein Tuch auf die Nase.
Das Tuch stinkt!
Mir wird übel.
Und ganz schwindelig.
Und dann bin ich eingeschlafen.

Kapitel 6:
Aufwachen

Langsam wache ich auf.
Mir ist so übel.
Ich habe schlimme Kopf-Schmerzen.
Und mir dreht sich alles im Kopf.
Ich muss erbrechen.
Und ich habe Durst.
Schrecklich großen Durst!

Wo bin ich?
Was ist mit mir passiert?
Wer ist der Mann?
Wo ist Simon?
Warum tut mein Hals so weh?

Ich kann das alles nicht verstehen.
Ich liege in einem Käfig.
Der Boden ist hart.
Und ein wenig nass.
Es stinkt in dem Käfig.
Nach Hunde-Pisse.
Und nach Erbrochenem.

Was ist das nur?
Wo bin ich?
Mein schönes rotes Hals-Band ist weg.
Simon hat es mir geschenkt.
Eine Kette ist jetzt um meinen Hals.
Sie ist ganz eng an meinem Hals.
Es tut sehr weh!
Ich bin an einem Ring in der Wand angekettet.
Ich versuche aufzustehen.
Aber ich bin zu schwach.
Ich schaffe es nicht.
Ich lehne mich gegen das Gitter.
Ich habe solchen Durst!
Ich schlafe wieder ein.

Kapitel 7:
Im Käfig

So ein großer Lärm!
Was ist das?
Ich öffne langsam die Augen.
Vor meinem Käfig steht ein Mann.
Es ist derselbe Mann wie gestern.
Der Mann, der mich aus meinem Zwinger gestohlen hat!
Er hat eine Eisen-Stange in der Hand.
Mit der Stange klopft er gegen meinen Käfig.
Immer und immer wieder klopft er gegen die Stäbe.
Es ist so laut!
Ich habe immer noch Kopf-Schmerzen.
Warum hört der Mann nicht auf damit?
Warum macht er diesen Lärm?

„Hör doch bitte auf“, denke ich.
Ich winsle leise.
Ich habe Angst vor dem Mann.
Aber er schlägt gegen meinen Käfig.
„Hör bitte auf“, denke ich.
Ich belle leise.
Aber der Mann hört nicht auf.
Ich halte es fast nicht mehr aus.

„HÖR AUF!“ brülle ich.
Ich brülle so laut ich nur kann.
Ich brülle und zeige meine Zähne.
Ich brülle und beiße in das Gitter.
Was macht der Mann mit mir?
Warum tut er mir das an?
Ich habe solche Schmerzen.
Im Hals und im Kopf.
Und ich bin so wütend!
Ich brülle und knurre und fletsche die Zähne!

„Braver Hund“, sagt der Mann.
Und er nimmt die Stange von meinem Käfig weg.
„So bist du ein braver Hund. Wenn du so richtig wütend bist. So will ich dich haben.“

Ich bin ruhig geworden.
Das verstehe ich nicht.
Was will er denn von mir?
Der Mann nimmt eine Flasche Wasser.
Und kippt das Wasser über meinen Kopf.
Ich habe solchen Durst!
Ich lecke das Wasser vom Boden.
Oh das tut gut!

Der Mann nimmt die Stange wieder in die Hand.
Und er schlägt damit auf den Käfig ein.
Immer und immer wieder!
Ich drehe fast durch.
Ich brülle und knurre und beiße in die Stäbe.
„Braver Hund“, sagt der Mann und geht wieder weg.

Kapitel 8:
Der andere Hund

Der Mann kommt zurück.
Er hat eine Stange in der Hand.
An der Stange ist ein Haken.
Der Mann steckt die Stange durch meinen Käfig.
Der Haken packt die Kette um meinen Hals.
Der Mann hat mich fest an der Stange!
Er öffnet den Käfig.
Ich möchte abhauen!
Nur weg von hier!
Weg von dem Käfig!
Und weg von dem Mann!
Aber die Stange hält mich fest.

Der Mann tut mir weh!
„Na komm schon“, ruft er. „Du sollst wütend werden!“
Und ich werde wütend.
Ich will ihn beißen.
Aber ich komme nicht zu ihm hin.

Er zerrt mich hinter sich her.
In einen anderen Raum.
Viele Männer sind in diesem Raum.
Keine Frauen.
In der Mitte steht ein großer Käfig.
Darin steht ein Hund.
Zum Glück!
Ein anderer Hund!
Ich freue mich.
Doch der Hund sieht nicht freundlich aus.
Er knurrt erst leise.
Und dann immer lauter.
Er ist groß und kräftig.
Viel größer als ich.
Ich habe schreckliche Angst!
Vor dem Hund.
Und vor den Männern.
Aber der Mann schiebt mich zu dem Hund in den Käfig.
Die anderen Männer schreien laut.
„Mach ihn fertig“, schreien sie.
„Zeig es ihm“, schreien sie.
Und schlagen mit Stäben gegen das Gitter.
Es ist so laut!
Der andere Hund wird wütend.
Er fletscht die Zähne.
Und dann greift er mich an.
Ohne Vor-Warnung.
Er beißt mich in die Seite.
Er will mich in den Hals beißen.
Er will mich totbeißen!

Ich wehre mich so gut ich kann.
Ich schnappe nach ihm.
Und drehe meinen Kopf weg.
Aber er hört nicht auf.

Der fremde Hund beißt zu.
Immer und immer wieder.
Er drückt mich in eine Ecke.
Ich blute an vielen Stellen.
Ich verliere viel Blut.
Und ich werde immer schwächer.
Und die Schmerzen werden immer größer.
Ich wehre mich nicht mehr.
Langsam spüre ich nichts mehr.
Dann werde ich bewusst-los.

Kapitel 9:
Der Tag nach dem Kampf

Langsam wache ich auf.
Ich habe Schmerzen!
Überall!
Ich sehe fast nichts.
Meine Augen sind zugeschwollen.
Ich schmecke Blut.
Mein Blut!
Wo bin ich?
Was ist mit mir passiert?

Langsam fällt es mir wieder ein.
Ich hatte einen schlimmen Kampf mit einem anderen Hund.
Ich wollte mich nicht mit ihm beißen.
Aber er war ganz wild!
Und sehr wütend!

Viele Männer standen um den Käfig herum.
Sie haben laut geschrien.
Und mit Stangen auf den Käfig eingeschlagen!
Und der andere Hund hat mich gebissen!
Es hat so wehgetan!

Ich winsle leise.
Wo bin ich jetzt?
Ich schaue mich ängstlich um.
Da ist eine Straße neben mir.
Ich liege im Dreck.
Ich liege in einem Straßen-Graben.
Und ich kann mich fast nicht bewegen.
Ich habe solche Schmerzen.
Ich bin ganz schwach.
Dann werde ich wieder bewusst-los.

Kapitel 10:
Gerettet!

„Hallo“, sagt eine Stimme zu mir. „Wer bist du denn? Was ist mit dir passiert?“
Die Stimme gehört zu einer Frau.
Sie streichelt mir über den Kopf.
AU! Das tut weh!
Aber es fühlt sich auch schön an.
Wie früher.
Wenn Simon mich gestreichelt hat.
„Du bist ganz schwach“, sagt die Stimme. „Und du blutest überall. Ich bringe dich zu einem Tier-Arzt.“
Vorsichtig hebt sie mich hoch.
Und trägt mich zu einem Auto.
Die Frau legt mich auf die Rück-Bank.
Ich mag ihre Stimme.
Sie hört sich freundlich an.
Ich habe keine Angst vor der Frau.

Wir fahren eine Weile im Auto.
Dann halten wir an.
„Wir sind da. Warte einen Moment.“
Die Frau geht weg.

Nach einer Weile öffnet der Tier-Arzt die Türe.
Er trägt mich in das Haus hinein.
Drinnen legt er mich auf einen Tisch.
„Oh je“, sagt er. „Das sieht nach einem verbotenen Hunde-Kampf aus.“

„Hunde-Kämpfe sind in Deutschland verboten“, erklärt der Tier-Arzt. „Aber es gibt sie trotzdem. Zum Beispiel in alten Fabrik-Anlagen. Da treffen sich Männer und wetten, welcher Hund den Kampf gewinnt. Die Hunde werden sehr wütend gemacht, damit sie sich beißen. Oft werden Hunde für einen Kampf gestohlen!“
„Das ist ja traurig“, sagt die Frau. „Dann hatte der arme Hund vielleicht eine Familie?“
„Das kann schon sein“, sagt der Tier-Arzt. „Jetzt schauen wir uns seine Verletzungen mal genauer an.“
Der Tier-Arzt untersucht mich.
Und er macht meine Wunden sauber.
Au, das brennt aber sehr!
„Das muss leider sein“, sagt der Tier-Arzt. "Du bist ein tapferer Hund."
Und dann gibt er mir eine Spritze in das Bein.
Und noch eine in das andere Bein.
„Es wird bald besser“, sagt er zu der Frau. „Ich habe ihm ein Schmerz-Mittel gegeben. Aber was machen wir jetzt mit ihm?“
„Ins Tier-Heim kann er nicht“, sagt der Tier-Arzt. „Der Hund braucht noch viel Ruhe. Und auch viel Pflege. Und Zeit, dass seine Wunden verheilen können. Ich behalte ihn bei mir. Dann kann ich mich um ihn kümmern.“

„Das ist toll“, sagt die Frau und freut sich. „Ich kann ja Zettel mit seinem Foto aufhängen. Zum Beispiel in den Einkaufs-Läden. Und beim Bäcker und beim Metzger. In den Schulen und in den Kinder-Gärten. Vielleicht kennt jemand den Hund?“
„Das ist eine gute Idee“, sagt der Tier-Arzt. „Sie können meine Telefon-Nummer auf die Zettel schreiben.“

„Das mache ich“, sagt die Frau. „Ich hoffe, du findest deine Familie wieder.“
Und sie streichelt mir noch einmal über den Kopf.
Und dann geht sie weg.

Kapitel 11:
Beim Tier-Arzt

Der Tier-Arzt ist ein guter Mann.
Er pflegt meine Wunden.
Er gibt mir gutes Futter.
Und einen weichen Platz zum Schlafen.
Er muss viel arbeiten.
Und er hat wenig Zeit für mich.
Aber er ist ein sehr guter Mann.
Und ich mag ihn.

Er nennt mich Schwarzer.
Weil mein Fell schwarz ist.
Früher habe ich Jack geheißen.
Nun heiße ich Schwarzer.

„Es geht Dir bald wieder gut, Schwarzer“, sagt der Tier-Arzt. „Dann werde ich dich in das Tier-Heim bringen. Dort findest du bestimmt eine neue Familie.“

Kapitel 12:
Im Tier-Heim

Früher!
Früher habe ich in einem Zwinger gelebt.
Und ich war glücklich!
Wenn Simon nach Hause kam.
Und mit mir nach den Kaninchen geschaut hat.
Und wir zusammen um den Zwinger gerannt sind.
Und Fange gespielt haben.
Und ich mich auf meine weiche Decke gelegt habe.
Die Decke, die Simon mir geschenkt hat.
Die Decke, die nach Simon gerochen hat.

Jetzt lebe ich auch wieder in einem Zwinger.
Ich bin im Tier-Heim.
Es ist sehr laut hier!
Viele Hunde bellen.

Ich bin leise geworden.
Ich bekomme gutes Futter.
Und ich habe auch eine weiche Decke.
Aber ich bin oft traurig.
Ich vermisse Simon so sehr!

Viele Menschen kommen in das Tier-Heim.
Sie alle wollen einen Hund holen.
Aber an mir gehen alle Menschen vorbei.
„Armer Schwarzer“, sagen die Tier-Pflegerinnen. „Du bist ein so lieber Hund. Aber die meisten Menschen wollen lieber einen kleinen Hund. Einen kleinen, jungen Hund. Einen kleinen, jungen Hund mit weichem Fell. Und nicht in schwarz. Aber irgendwann kommt auch jemand vorbei, dem du gefällst. Und dann nehmen sie dich mit nach Hause. Ganz bestimmt.“
Und sie streicheln mir über das Fell.

Kapitel 13:
Simon

Ich liege in meinem Zwinger und schlafe.
Plötzlich wird es laut im Tier-Heim!
Eine Schul-Klasse macht einen Ausflug zu uns.
Kinder kommen in das Hunde-Haus.
Sie sind ganz aufgeregt!
Wir Hunde sind auch aufgeregt.
So viel Besuch!
Darüber freuen wir uns.
Viele Kinder-Hände streicheln mich und die anderen Hunde.
Das fühlt sich so gut an!
Ich schließe die Augen und genieße das Streicheln.

„Hey, geht mal weg da“, sagt eine Jungen-Stimme. „Geht doch mal weg! Ich will den Schwarzen Hund anschauen. So hat mein Jack ausgesehen. Ganz genau so.“

Simon???

Ich springe gegen die Gitter-Stäbe.
Ich belle ganz laut.
Ich drehe mich im Kreis.
So schnell, bis mir schwindelig wird.

„Was ist denn mit dir los, Schwarzer“, fragt die Tier-Pflegerin.
„Das ist Jack, mein Hund Jack“, ruft Simon. „Er wurde mir gestohlen. Aus dem Zwinger wurde er gestohlen! Jack! Ich habe Dich wieder gefunden! Ich bin so froh!“

Die Tier-Pflegerin schließt meinen Zwinger auf.
Ich springe an Simon hoch.
Er fällt um und liegt auf dem Rücken.
Ich stelle mich über Simon und lecke ihm das Gesicht.
So sehr, dass er fast keine Luft bekommt.
Simon lacht.
Er hat mich gefunden!
Simon hat mich wieder gefunden!
Nun wird alles gut!

Kapitel 14:
Wieder Zuhause

„Komm Jack, wir suchen die Kaninchen im Wald“, sagt Simon.
Und wir rennen beide los.
Simon kann schnell rennen.
Aber ich bin immer noch schneller.

Ich bin wieder Zuhause.
Zuhause bei meiner Familie.
Bei dem Mann und der Frau.
Und bei Simon.
Ich bin sehr glücklich.

In meinem Zwinger liegt immer noch die weiche Decke.
Aber ich schlafe nicht mehr im Zwinger.
Ich darf jetzt bei Simon schlafen.
In seinem Zimmer im Haus.

„Simon hat solche Angst, dass Jack nochmal gestohlen wird“, sagt die Frau zu ihrem Mann. „Und Jack hat so viel durchgemacht, der arme Hund. Er wird ab jetzt im Haus schlafen.“
Und der Mann sagt nichts dazu.

Und ich schlafe sogar in Simons Bett!
Ganz eng an Simon gekuschelt.
„Aber das darf keiner wissen“, sagt Simon. „Das ist unser Geheimnis.“

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