
Angst
ist was ich spüre,
wenn ich höre, wie Politiker über das Bürgergeld
sprechen.
Ungerechtigkeit
ist was ich spüre,
wenn ich an die 1,50 Euro pro Stunde denke.
Das verdient man
in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.
Wut.
ist was ich spüre,
wenn Leute
versuchen, diese Dinge zu
rechtfertigen.
Leute sagen:
Arbeitslose wollen gar nicht arbeiten!
Sie nutzen das Bürgergeld aus.
Es gibt Menschen, die erben Millionen.
Dabei haben sie nie dafür gearbeitet.
Leute sagen auch:
Es heißt ja auch Teilhabe am Arbeitsleben.
Ihr bekommt außerdem eine Grundsicherung.
Ich finde,
Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten mehr und besser,
als es die Reichen je getan haben.
Wenn mich meine Gefühle
überfallen,
dann flüchte ich mich in meine Träume:
dorthin, wo es den Weihnachtsmann wirklich gibt.
Ein Ort, an dem wir alle wirklich gleichberechtigt sind.
Ein Ort, an dem "Liebe deinen Nächsten!" wirklich gilt.
Ich träume von Weihnachten:
von voll gedeckten Tischen, an denen wir alle sitzen können.
Wo wir essen können, was wir wollen,
ob Fleisch oder vegan,
ob süß oder deftig.
Für jeden gibt es genug.
Ich träume von einem riesigen, leuchtenden Weihnachtsbaum,
aufgestellt und geschmückt von uns allen.
Unter ihm liegen Geschenke, soweit das Auge reicht.
Socken sind nicht dabei, außer jemand wünscht sie sich.
Denn Socken haben alle genug:
von Kuschelsocken zu ganz normalen.
Es sollen Spiele-Konsolen, Bücher und Instrumente darunter liegen.
Was immer auf unseren Wunschzetteln steht.
Sorgen haben wir keine.
Geld haben wir genug,
einen Ort, den wir Zuhause nennen erst recht.
Wir haben mehr Freizeit als Arbeitszeit.
Manche wollen mehr Arbeit haben als Freizeit.
Aber niemand ist
gezwungen.
So schön kann es sein, wenn ich träume.
Hoffentlich werden meine Träume eines Tages wahr.
Das steht auf meiner Wunschliste für den Weihnachtsmann:
Eine bunte Welt, in der wir sein können, wer wir sind.

