Anderssein ist eine Superkraft: ein Konzert von Elijah Presly und Reema Vorlesen

26. Feb 2026Aridrestia

Wir waren im Haus der Poesie. Das ist in der Kulturbrauerei in Berlin. Der Raum war voller Menschen. Auf den Tischen standen kleine Gläschen mit Erdnüssen zum Knabbern. Es lagen auch Flyer von Elijahs Tour und seine Alben auf dem Tisch. Auf der Bühne stand ein Sessel, daneben ein kleiner Tisch. Es sah aus wie ein kleines Wohnzimmer.

Elijah
Das Konzert beginnt mit Elijah Presly, der sein Lied Anderssein ist eine Superkraft singt. In dem Lied geht um Einsamkeit und Mobbing, was er durch das Anderssein erlebt hat. Er singt über den Moment seiner Autismus-Diagnose, den er nicht vergessen wird. Danach schlägt er den Bogen zu seiner Superkraft: dem Anderssein. Es ist ein Lied, das Mut macht und ehrlich ist. Wer anders ist, ist oft einsam. Aber jeder von uns kann das Anderssein als Superkraft nutzen. Ob für Kunst, Sport oder etwas ganz Anderes.

Zwischen den Liedern liest er aus seinem Buch. Es heißt auch Anderssein ist eine Superkraft. Das Buch gibt es noch nicht in Einfacher Sprache. Elijah hat mir aber erzählt, dass er eine Ausgabe in Leichter Sprache plant. Zu den vorgelesenen Stellen sagt er immer ein paar Worte. So kann es jeder besser verstehen. Außerdem kann das Publikum zwischendurch Fragen stellen.

Alles wird gut
Es geht weiter mit dem Lied: Alles wird gut. Darin geht es um die schweren Zeiten in Elijahs Leben. Er wiederholt aber: Alles wird gut, auch wenn das Leben nicht immer leicht ist. Man kämpft weiter, wie ein Krieger. Elijah singt, dass er als Kind gestottert hat. Lesen und schreiben konnte er nicht. Trotzdem war er Torwart, hat Kampfsport gemacht und steht heute auf Bühnen.

Nach dem Lied setzt er sich auf seinen Lese-Sessel und nimmt einen Schluck Weißwein. Ich weiß nicht mehr, was er genau gesagt hat. Aber es war so ähnlich wie: „Tja, die Lehrer dachten, aus mir wird nichts. Jetzt sitze ich hier. Darauf einen Schluck Weißwein!“.

Reema
Nun tritt Reema auf. In ihren Liedern geht es zum Beispiel um eine Nacht, die so weich wie Samt ist. Oder es geht über einen Menschen, der einfach nicht er selbst sein konnte.

Als Letztes singt Reema Little Bird. Little Bird bedeutet kleiner Vogel. Das Lied ist eine Entschuldigung an sie selbst. Als Kind hat sie sich nie erlaubt, sie selbst zu sein. Sie sagt dazu: ,,Als Kind nannte man mich oft kleiner Vogel. Ich habe mich selbst immer eher als Vogel gesehen. Ich habe versucht, mich wie ein Mensch zu verhalten. Es ist aber schwer, sich wie ein Mensch zu verhalten, wenn man ein Vogel ist.“

Die Maske
Am Ende singen Elijah und Reema zusammen ihr Lied The Mask. The Mask heißt auf Deutsch die Maske.

Es gibt Menschen, bei denen das Gehirn anders funktioniert als bei den meisten Menschen. Diese Menschen setzen oft eine Maske auf. Das bedeutet, dass sie sich an andere anpassen. Sie versuchen damit, dazuzugehören und nicht ausgegrenzt zu werden. Das Lied handelt davon, wie schwierig es ist, anders zu sein. Wie viel Mühe man sich gibt, normal zu sein.

Am Ende singt Elijah: „Ich bin bereit für dich, die Maske abzunehmen. Dass du siehst, wer ich wirklich bin: ein Mensch wie du und ich. Habe ein großes Herz und bin Autist.“

Nach dem Lied gibt es Zeit für Gespräche mit den Künstlern. Elijah und Reema sprechen mit vielen Menschen. Sie nehmen sich für alle Zeit.

Es war schwer für mich, die beiden anzusprechen. Ich war sehr nervös und stand fast Schlange, um die beiden nach einem Interview zu fragen.

Übrigens: Wie das Interview gelaufen ist, könnt ihr in meinem nächsten Text lesen!

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